Fallstudie | Nachdenken über Nachhaltigkeit

 

Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen, wird aber spontan vor allem mit Ressourcen-Nachhaltigkeit verbunden: “Wir haben den Planeten nur von unseren Kindern geerbt” ist nur einer der vielen Slogans, mit denen das Thema in vielen Köpfen verbunden ist. Nachhaltigkeit hat aber auch andere Komponenten, die nicht weniger wichtig (und auch nicht weniger komplex) sind. Wie wird beispielsweise Wissensarbeit nachhaltig – in einer Zeit, in der viel gelernt – und vieles vergessen werden muss! Darum ging es bei einer von mir moderierten Klausurtagung einer wissenschaftlich arbeitenden Gruppe

Nachhaltig Wissen schaffen

Das Setting hätte nicht deutlicher sein können: ein einstmals modernes, jetzt deutlich abgelebtes  Unigebäude aus den 1970ern; eine Sitzgruppe, vermutlich noch älter, auf Teppichen, für die man sich eine kürzere Zukunft wünscht; eine Gruppe Wissenschaftler, einige kurz vor ihrem offiziellen Ausstieg, andere mitten in der Arbeit mit dem Wissen, getragen vom Wunsch, neue Wege zu gehen.

Nachhaltigkeit war das Thema für diese Gruppe, und am Anfang stand die Frage: “Welche Nachhaltigkeit?” Was soll nachhaltig bleiben, in einer Welt, in der Wissen manchmal ebenso schnell erlangt werden muss, wie es verfällt, in der die Illusion von günstigem Speicherplatz mental der Wissensinnovation gegenüber steht. Nachhaltig lernen (auch als Institution) auf der einen Seite, auf der anderen Loslassen, um Raum zu schaffen, für notwendig Neues in den sich ständig verändernden Rahmenbedingungen. Ein Problem? Eher ein Dilemma, das zu managen sich diese Gruppe aufgemacht hatte.

Motivationen begreifbar machen

Der entscheidende Moment war von spürbar emotionalen Tiefgang – zurück in die eigene Geschichte, entlang der Frage: Was halte ich nach? Was ist mir so wichtig, dass ich es bis heute in meinem Leben mitnehme? So wurde das Thema für alle be-greifbar, erfahrbar. In einer Sequenz, in der persönliche Geschichten erzählt wurden, traten hinderliche Prä-Konzepte in den Hintergrund und der eigentliche Antrieb, die Motivation für das eigene “Nachhalten” kam individuell und somit für die Gruppe zum Vorschein.

Aus diesen Geschichten wurden einzelne Begriffe festgehalten, mit denen die Bedürfnisse und Motivationen beschrieben und bewertet worden waren. In darauffolgenden Schritten wurden diese dann gemeinsam geordnet – am Ende aufgespannt in einem Spannungsfeld zwischen Gestern und Morgen, Bewahren und Erneuern, Festhalten und Loslassen.

Auf dieser Basis wurde das eigene Handeln, individuell und als Institution reflektiert und bewertet – mit dem Ergebnis, dass sich die Gruppe selber sehr konkrete Handlungsanweisungen geben konnte, um Ihre gemeinsame Arbeit in Zukunft nachhaltiger zu gestalten.

Bilanz der eineinhalbtägigen Klausurtagung

  • Erfolgreicher Lernschritt als Gruppe von “Wie definieren wir überhaupt  Nachhaltigkeit?” hin zu konkreten Folgeschritten, mit denen die Arbeit der Institution auf struktureller Ebene nachhaltiger gestaltet werden kann.
  • Gemeinsames Verständnis von “Nachhaltigkeit” als Basis für den weiteren Dialog nach innen und außen.
  • Umwandlung eines potentiell konfliktiven Themas in eines, das als verbindende Orientierung in der täglichen Arbeit dienen kann.

Feedback der Gruppe

  • Er hat die Anliegen und Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen und der Gruppe gut verstanden und ihnen Raum gegeben.
  • Faszinierend, wie mit passenden, gut gewählten Methoden der Charakter unserer Gruppe und unserer Zusammenarbeit zutage trat.
  • Danke für sensibles und treffendes / aufschlussreiches Spiegeln unserer Arbeitsabläufe.
  • Danke für die Einfühlsamkeit und deine gleichzeitige professionelle Distanz, mit der Du uns gespiegelt hast wie ein kritischer Freund. Die sanfte und klare Moderation war genau richtig für uns.
Wenn auch Sie eine Klausurtagung effizient gestalten wollen, oder an der Nachhaltigkeit Ihrer Gruppe, Organisation, Ihres Unternehmens arbeiten wollen, freue ich mich auf  Ihre Anfrage!